SINAR PHOTOGRAPHY

Lichtmessung

Lichtmessung Prozess

  1. Den Prozess kennen

    Haben Sie sich jemals gewundert, warum Ihre Dias auf dem Leuchtpult so grossartig aussehen, Sie jedoch häufig enttäuscht sind, wenn Sie deren Druck sehen?

    Ein einfacher Grund ist der Kontrastumfang. Das Dia kann Ihnen, vom hellsten Spitzlicht bis zum dunkelsten Schatten, einen Bereich von mehr als sechs Blendenstufen aufzeichnen. Sobald das Bild dann Druckfarbe auf Papier wird, fällt dieser Bereich, mit Ihrem Belichtungsmesser gemessen, auf nunmehr vier Blendenstufen zusammen. Irgendwo zwischen der Aufnahme und dem Druck befindet sich ein Lithograf, der entscheiden wird, welcher Teil dieser visuellen Information verloren gehen soll - es ist tatsächlich so, dass jemand das Aussehen Ihrer Arbeit noch einmal beurteilt. Mit wenigen, einfachen Schritten möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie den Produktionsprozess in den Griff bekommen und somit bestimmen, wie Ihre Bilder im Druck erscheinen.

  2. Messen

    Den Reproduktionsprozess zu kontrollieren heisst, den Kontrastbereich Ihrer Bilder zu messen. Um das Motiv möglichst exakt wiederzugeben, sollten alle wichtigen Informationen (vom Schatten mit Zeichnung bis zum hellsten Bildpunkt mit Zeichnung) in einen Kontrastumfang von vier gemessenen Blendenstufen passen. Für genaueste Belichtungsmessung bei Grossformatkameras sollten Sie ein Belichtungsmessgerät einsetzen, welches das Licht in der Filmebene misst. Die wichtigsten Punkte für die Belichtungsmessung sind: Der Mitteltonwert (z.B. Kodak Q-18 Graukarte). Der dunkelste Bereich, in dem Sie noch Zeichnungen haben wollen. Der hellste Bereich, der noch Zeichnungen haben soll. Denken Sie daran: Der Kontrastunterschied zwischen diesen zwei Punkten sollte nicht mehr als vier Blendenstufen betragen. Die genaueste Art einer Belichtungsmessung ist eine Messung durch das Objektiv mit einer Messsonde in der Filmebene. Das bedeutet, dass jeder Punkt gemessen und dessen Kontrastbereich bestimmt werden kann. Die praktischen Vorteile einer Belichtungsmessung in der Filmebene sind folgende: Der Fotograf misst hinter der Kamera mit Blickrichtung auf das Motiv und kann sich somit ganz auf Kamera und Bildkomposition konzentrieren. Die rechnerische Ermittlung von Verlängerungsfaktoren (Filter, Auszug, usw.) entfällt. Die wichtigen Punkte der Bildkomposition können genau gemessen werden. Der Fotograf entscheidet über die Tonwerte, unbeeinflusst von den verschiedenen Grössen der unterschiedlich hellen Bildbereiche. Die Einhaltung zulässiger Tonwert-Toleranzen in den Kontrastbereichen bei der Aufnahme ist eine zwingende Voraussetzung für gute Bildwiedergabe.

    Lichtmessung Kommunikation

  3. Kommunikation

    Ohne richtige Verständigung hat der Lithograf keine Anhaltspunkte bei der Interpretation Ihres Bildes.

    1. Welches Detail soll er beibehalten und was kann weggelassen werden?
    2. Welche Bereiche soll er bei der Farbabstimmung besonders beachten?
    3. Wo ist der Mitteltonwert?

    Durch einfaches Markieren der gemessenen Punkte auf einem Polaroid oder auf einem Transparentpapier können Sie diese Information dem Lithografen mitteilen. Einige dieser wichtigen Informationen, die Sie weitergeben können, sind: Mitteltonwert, dunkelster Schatten mit Zeichnung und hellstes Spitzlicht mit Zeichnung. Bereiche, die tiefschwarz oder ganz weiss werden können (keine Zeichnung nötig). Bereiche, die besondere Aufmerksamkeit bei den Farben verlangen (wie Hauttöne oder wichtige gesättigte Farbbereiche). Feststellung der effektiven Lichtwerte bestimmter Punkte, als Richtwert. Weisen Sie beispielsweise auf einen Punkt hin, der einen Blendenwert über dem Mitteltonwert liegt (+1) oder 1/3 Blende darunter (-1/3). Verständigung muss von allen Beteiligten angestrebt werden: dem Fotografen, dem Kunden, dem Lithografen und dem Drucker.